Kaum ein Begriff im Hosting ist so dehnbar. Er steht auf Angeboten, die sich im Preis um das Zehnfache unterscheiden, und in beiden Fällen ist er nicht falsch. Die folgenden vier Fragen klären in einem Gespräch, was gemeint ist.
Der Unterschied zu Root und Shared
Bei einem Shared-Hosting teilen Sie sich einen Server mit anderen. Der Anbieter kümmert sich um alles unterhalb Ihrer Anwendung, dafür bestimmen Sie dort nichts: PHP-Version, Erweiterungen, Zeitlimits sind gesetzt.
Bei einem Root-Server gehört Ihnen alles und Sie verantworten auch alles – einschließlich der Sicherheitsupdates, die niemand einspielt, wenn Sie es nicht tun.
Managed liegt dazwischen: eigene Maschine, eigene Konfiguration, aber jemand anderes ist dafür zuständig, dass sie gepflegt läuft. Wie weit diese Zuständigkeit reicht, ist genau der Punkt, der überall anders definiert ist.
Wer nachts aufsteht
Die aufschlussreichste Frage überhaupt. Es gibt drei ehrliche Antworten: niemand, bis zum nächsten Werktag; jemand hat Bereitschaft und reagiert innerhalb einer zugesagten Frist; oder es gibt eine Rufbereitschaft rund um die Uhr.
Alle drei sind legitim, und alle drei kosten Unterschiedliches. Was nicht legitim ist, ist die vierte Variante: dass diese Frage im Angebot gar nicht beantwortet wird. Fragen Sie ausdrücklich nach Reaktionszeit und danach, was außerhalb der Geschäftszeiten gilt.
Backups, die man getestet hat
Jeder Anbieter macht Backups. Die Frage ist nicht, ob es sie gibt, sondern:
- Wie weit reichen sie zurück, und in welchen Abständen?
- Liegen sie auf derselben Maschine oder woanders?
- Wie lange dauert eine vollständige Wiederherstellung?
- Wann wurde das zuletzt tatsächlich durchgeführt?
Die letzte Frage ist die wichtigste. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Der Unterschied zeigt sich erst an dem Tag, an dem es darauf ankommt – und dann ist es der falsche Tag für eine Überraschung.
Was nicht drin ist
Fast überall nicht enthalten und fast überall stillschweigend erwartet: Updates Ihrer Anwendung selbst. Der Anbieter pflegt Betriebssystem, Webserver, PHP und Datenbank. Ob Ihr WordPress, Ihr Laravel und deren Erweiterungen aktuell sind, liegt weiterhin bei Ihnen oder bei Ihrer Agentur.
Das ist keine Lücke im Angebot, sondern eine sinnvolle Trennung – nur muss jemand die andere Hälfte übernehmen. Die meisten Sicherheitsvorfälle, die wir sehen, entstehen genau in dieser Lücke: Der Server war gepflegt, die Anwendung darauf nicht.