Die Frage wird uns oft gestellt, und meistens wird eine allgemeine Antwort erwartet. Die gibt es nicht. Was es gibt, sind vier Fragen, deren Antworten die Entscheidung in den allermeisten Fällen von allein treffen.
Was „lokal“ wirklich heißt
Zuerst eine Klärung, weil der Begriff drei verschiedene Dinge meint. Lokal kann heißen: auf einem Rechner im eigenen Haus. Es kann heißen: auf einem gemieteten Server, auf den nur Sie Zugriff haben. Und es kann heißen: in einem Rechenzentrum in Deutschland, betrieben von einem Anbieter, mit dem ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht.
Diese drei unterscheiden sich in Kosten, Aufwand und rechtlicher Bewertung erheblich. Wer „lokal“ sagt und das mittlere meint, führt eine andere Diskussion als jemand, der das erste meint. Klären Sie das, bevor Sie weiterreden.
Datenschutz ist kein Argument, sondern eine Rechnung
Der Satz „unsere Daten dürfen das Haus nicht verlassen“ beendet die Diskussion oft, bevor sie beginnt. Er ist nur selten in dieser Schärfe zutreffend. Die eigentliche Frage lautet: Welche Daten genau gehen in das Modell hinein?
Eine Zusammenfassung öffentlicher Produkttexte ist etwas anderes als eine Auswertung von Personalakten. Für den ersten Fall ist ein europäischer Cloud-Dienst mit Auftragsverarbeitungsvertrag meist unproblematisch. Für den zweiten wird auch der beste Vertrag die Frage nicht erledigen.
Trennen Sie deshalb nach Anwendungsfall, nicht nach Abteilung. Die meisten Unternehmen haben beides – und fahren am besten mit beidem.
Hardware und laufende Kosten
Ein brauchbares Modell lokal zu betreiben, kostet Hardware, Strom und Aufmerksamkeit. Der Punkt, an dem sich das gegenüber einer Abrechnung nach Verbrauch rechnet, liegt bei gleichmäßiger, hoher Auslastung. Er liegt nicht bei gelegentlicher Nutzung durch wenige Personen.
Rechnen Sie ehrlich: Zur Anschaffung kommen Betrieb, Updates und die Zeit von jemandem, der sich darum kümmert. Und rechnen Sie mit der tatsächlichen Nutzung, nicht mit der erhofften. Die tatsächliche liegt im ersten Jahr fast immer darunter.
Eine Entscheidungshilfe in vier Fragen
- Gehen personenbezogene oder vertragliche Daten in das Modell? Wenn ja, spricht das für lokal.
- Ist die Nutzung gleichmäßig und hoch oder punktuell? Gleichmäßig und hoch spricht für lokal.
- Brauchen Sie die Qualität der größten verfügbaren Modelle? Wenn ja, spricht das für die Cloud – der Abstand ist bei anspruchsvollen Aufgaben real.
- Gibt es jemanden, der den Betrieb übernimmt? Wenn nein, wird lokal teurer als gedacht.
Zwei- bis dreimal dieselbe Richtung, und die Entscheidung ist gefallen. Ein gemischtes Bild ist übrigens kein schlechtes Ergebnis: Es heißt meist, dass ein Teil der Anwendungsfälle lokal laufen sollte und der Rest nicht.
Was in jedem Fall gilt: Fangen Sie mit einem Anwendungsfall an, der einen messbaren Nutzen hat, und nicht mit einer Plattform, die alles können soll.